Reisen in Kuba

Reisen in Kuba

Reisen in Kuba unterscheidet sich deutlich von Trips durch mitteleuropäische Länder: Kuba ist eine große Insel! Wir haben bei der Reisevorbereitung festgestellt, dass wir mehr als die Hälfte der Insel in den drei Wochen, die uns zur Verfügung standen, nicht bewältigen konnten. Von Nordwesten nach Südosten mißt Kuba 1250 km, allerdings muss man zur Überwindung dieser Distanz, die sich in Mitteleuropa an einem Tag bewältigen lässt, wegen der schlechten Straßenverhältnisse sehr viel mehr Zeit einkalkulieren.

Diese Überlandbusse werden auch von Touristen genutzt – Foto Norbert Höldin from Pixabay

Wir wollten nicht nur im Auto sitzen und haben deshalb jeweils vier oder fünf Übernachtungen für jede Station eingeplant. Damit hatten wir auf unserer Reise durch Kuba vier größere und einen (ungeplanten) kleineren Zwischenstopp. Wir waren als Familie zu fünft unterwegs, sicher kann man als Alleinreisender oder als Paar längere Strecken bewältigen und mehr Stationen einlegen.

Inlandsflüge Kuba

Die Flotte der kubanischen Airline Cubana de Aviación ist technisch nicht auf dem neuesten Stand und Inlandsflüge haben oft Verspätung. Wenn man einen internationalen Anschlussflug erreichen muss, sollte man genügend Zeit einplanen, um im Notfall doch noch über den Landweg zu reisen. Verbingungen gibt es jeweils von Habanna, nach Nueva Gerona, Camaguey, Holguin, Bayamo, Santiago de Cuba, Baracoa und Guantánamo.

Aerogaviota hat Charterflüge auf die Cayos und zu einigen anderen Zielen.

Tickets kann man in vielen grossen Hotels oder in den Reisebüros von Cubacan kaufen, der Preis ist der gleiche wie an den Ticketschaltern der Airlines.

Mietwagen in Kuba: ein teures Vergnügen

Kuba mit dem Mietwagen zu erkunden hat ganz unbestreitbar seine Vorteile: man kann sich seine Zeit frei einteilen, anhalten, wo es einem Spass macht und man kommt ohne Probleme bis in die entferntesten Winkel der Insel. Die Auswahl an Autos ist inzwischen auch ganz ansehnlich und der technische Zustand der Wagen im Allgemeinen gut (was bis vor ein para Jahren noch ganz anders war).

Allerdings ist die ungebrenzte Reisefreiheit im eigenen Auto ein teures Vergnügen. Private Autovermietungen gibt es nicht, das Monopol liegt beim Staat, der damit auch die Preise diktieren kann. Unter 70 Euro am Tag bekommt man noch nicht einmal den kleinsten Fiat, dazu kommt noch eine obligatorische Versicherung von 15 Euro pro Tag. Mitteklassewagen sind noch einmal deutlich teurer.

Autofahren in Kuba hat dazu seine Tücken. Die Straßen sind teilweise in einem erbärmlichen Zustand und auch auf den besser ausgebauten Überlandstraßen muss man immer mit halbmeter-tiefen Schalglöchern, Fahrradfahrern oder kaum gesicherten Baustellen rechnen. Auf der Fahrt nach Playa del Este konnte unser Taxifahrer es nur mit einer Vollbremsung verhindern auf eine Planierraupe aufzufahren, die Baustelle war nur mit ein paar abgesägten Zweigen gegen den Verkehr abgesichert. «Hier versuchen sie, die Straße zu reparieren» sagte er. Es klang nicht so, als glaubte er an den Erfolg dieses Projekts…

Falls man sich dazu entschliesst, ein Auto zu mieten, sollte man das von zuhause aus übers Internet oder (sehr viel sicherer) über ein Reisebüro tun. Die Anzahl der Mietwagen in Kuba ist begrenzt und besonders in der Hochsaison kommt es zu Engpässen. Mit einer Reservierung vom Reisebüro oder einer offiziellen Agentur (das sich bei den entsprechenden Stellen in Kuba beschweren kann, falls seine Kunden nicht gut behandelt werden) hat man dann eher eine Chance sein bestelltes und bezahltes Auto auch zu bekommen, als wenn man selber über das Internet bucht.

Bei der Übernahme des Autos sollte man sich den Wagen genau ansehen und eventuelle Schäden ins Übernahmeprotokoll eintragen lassen um später dafür nicht zur Rechnung gebeten zu werden. Auch den Zustand der Reifen und die Existenz eines Reserverads sollte man überprüfen.

Trotzdem muss man mit Reifenpannen immer rechnen. Überall auf der Insel gibt es am Straßenrand kleine Werkstätten, die Löcher im Reifen schnell und effizient für wenig Geld reparieren.

Um ein Auto direkt in Kuba zu mieten, braucht man Reisepass, den nationalen Führerschein und eine Kreditkarte, die nicht von einer US-amerikanischen Bank ausgestellt wurde. Sie dient dazu, ein Sicherheitsdeposit zu garantieren, das zwischen 150 – 250 CUC liegt und das man auch in bar bezahlen kann. Man bekommt es bei Rückgabe des Autos zurück.

Die erste Tankfüllung muss beim Anmieten des Autos gezahlt werden, dafür kann man das Auto mit leerem Tank zurückgeben.

Wenn man mit einem Mitewagen parkt, kommt in der Regel wie aus dem Nichts ein selbsternannter Parkwächter, der 2 CUCS dafür verlangt, dass er auf das Auto aufpasst. Es lohnt sich, diesen Obulus zu entrichten, weil Rückspiegel, Antennen und andere Kleinteile gerne gestohlen werden.

Taxis in Kuba: Reisen mit Chauffeur

Taxis sind eine etwas günstigere und gleichzeitig eine bequeme Alternative durchs Land zu kommen – solange man mit vier oder weniger Leuten unterwegs ist. Wir als fünfköpfige Familie hatten besonders bei längeren Strecken Probleme, ein passendes Taxi zu finden. Hier ein paar Preisbeispiele (Stand 2019):

Havanna – Viñales: 130 CUC (einfache Fahrt)

Havanna – Playa del Este: 50 CUC (Hin- und Rückfahrt)

Viñales – Puerto Esperanza: 35 CUC (Hin- und Rückfahrt)

Viñales – Cienfuegos: 180 CUC (einfache Fahrt)

Cienfuegos – Trinidad: 60 CUC (einfache Fahrt)

Der Preis wird vorher ausgehandelt, den Taximeter haben wir (auch bei lokalen Fahrten) nicht einmal in Betrieb gesehen. Er hängt auch vom Verhandlungsgeschick ab, aber die Taxifahrer haben ihre Schmerzgrenze, allerdings ist die Konkurrenz groß und es lohnt sich, herum zu fragen. Wir haben jeweils gelbe offizielle Taxis der regierungseigenen Taxi-Agentur genutzt, es gibt auch private Taxis, deren Zustand allerings oft nicht ideal für längere Reisen sind. Für kürzere Fahrten sind sie eine (manchmal) günstigere und unterhaltsame Alternative, oft handelt es sich um amerikanische Oldtimer, von den Besitzern liebevoll gepflegt.

In den touristisch besonders erschlossenen Gebieten (wie Viñales oder Trinidad) fungieren Taxifahrer auch als Touristenführer, man kann sie für ganze oder halbe Tage anheuern, um die Sehenswürdigkeiten bequem mit dem Taxi abzuklappern.

Hier ein paar nützliche Adressen:

Taxi Viñales (bietet Transfers auf de ganzen Insel an), man kann zwischen einem normalen Taxi, einem Oldtimer oder einem Minibus wählen.

Turismo por Cuba hat verschiedene Touren im Angebot und operierte von Varadero aus.

Taxi Drivers Cuba hat seine Basis in Havanna am Malecon, operiert aber ebenfalls im ganzen Land und bietet Touren und Transfers an.

Überlandbusse in Kuba: Bus: Luxus für Touristen

Die Überlandbusse der Firma Viazul haben Verbindungen in alle grösseren Städte und zu den touristisch interessanten Zielen. Die Busse sind bequem und halten den Fahrplan ein, allerdings muss man Tickets besonders zu den Hauptsreisezeiten eine Woche im Voraus kaufen, sonst geht man leer aus. Theoretisch kann man das über die Webseite des Unternehmens erledigen, praktisch funktioniert diese aber oft nicht. Dann bleibt nur der Weg zum Busterminal.

Falls man kein Ticket für den gewünschten Reisetermin bekommen hat, kann man ein Colectivo (Kleinbusse, Jeeps oder amerikanische Strassenkreuzer) nehmen. Deren Fahrer warten normalerweise vor den Busterminals von Viazul schon auf potentielle Kunden, die Preise für die gleiche Strecke kann bei grösseren Gruppen sogar unter denen von Viazul liegen.

Einheimische dürfen theoretisch auch in den Bussen von Viazul reisen, die allermeisten Kubaner können sich die Tickets (trotz verbilligter Fahrkarten) nicht leisten. Sie bewältigen auch lange Strecken in umgebauten Lastwagen, ohne Sitzplatz und Klimaanlage.

Mit dem Zug durch Kuba

Kuba mit dem Zug zu bereisen kann immer noch abenteuerlich sein, auch wenn ein Teil der Strecke 2019 modernisiert worden ist. Der Weg ist das Ziel, mit diesem Motto ist man auf der kubanischen Eisenbahn gut unterwegs.

Das Schienennetz hat eine Länge von ca. 8000 km, in dieser Zahl sind allerdings die Zuckerbahnen enthalten, die gebaut wurden, um das Zuckerrohr von den Feldern zu den Zuckerfabriken zu bringen.

Auf der Hauptstrecke von La Havanna nach Santiago de Cuba fahren seit 2019 neue chinesische Züge, während auf den Nebenstrecken immer noch ausrangierte kanadische Waggons in sehr unterschiedlichem Erhaltungszustand in Betrieb sind.

Die Strecke von La Havanna bis Santiago de Cuba ist mit 10 Stunden Fahrtzeit kalkuliert, technische Probleme oder Treibstoffmangel können aber zu ganz erheblichen Verspätungen oder aber zum Totalausfall führen. Wenn man einen Flug erwischen muß, sollte man sich für ein anderes Verkehrsmittel entscheiden!

Fahrkarten können nicht über das Internet sondern müssen direkt am Bahnhof gekauft und eine Stunde vor Abfahrt am Schalter bestätigt werden. Der Zug nach Santiago de Cuba fährt in Havanna zu Zeit am Bahnhof La Coubre ab, weil die Estacion Central reformiert wird. Dort bekommt man auch die Fahrkarten. Auf dieser Seite findet man genauere Informationen und Preisbeispiele.

Neben dieser Hauptstrecke gibt es einen Zug von Havanna nach Pinar del Rio, der fünf Stunden unterwegs ist und vom Bahnhof Estacion 19 de Noviembre im Stadtteil Nuevo Vedado ab – als wir 2018 in Kuba waren, fuhr er allerdings gerade nicht. Eine andere Strecke führt von Havanna nach Cienfuegos (10 – 11 Stunden).

Die einzige kubanische Bahnstrecke, die elektrifiziert wurde, ist die Hershey-Bahn von Havanna nach Matanzas, die für die 135 km lange Strecke etwa vier Stunden braucht. Sie wurde um 1919 vom nordamerikanischen Schokoladengiganten Hershey gebaut, der auf halber Strecke zwischen Havanna und Matanzas eine große Zuckermühle betrieb. Auch auf dieser Strecke fuhren 2018 keine Züge…

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