Reiseführer Havanna

Reiseführer Havanna

Havanna, die schöne bunte alte Dame hat ein Problem: sie zerfällt. Eigentlich bräuchte sie dringend ein Facelift – aber das wiederum könnte ihre Substanz zerstören und ihr die Seele rauben. Havanna, das ist Musik und Salsa, Oldtimer und bunte Kolonialbauten. Aber auch leere Regale in den Lebensmittelgeschäften und einfallende Dächer, Meter tiefe Schlaglöcher und alte Männer, die ihre Gedichte für ein paar Pesos an Touristen verkaufen.

Für die meisten Kuba-Reisenden ist Havanna der Ausgangspunkt ihrer Reise und man sollte der Stadt zumindest einen oder zwei Tage seines Urlaubs gönnen.

Anreise nach Kuba

Die meisten Touristen kommen über den internationalen Flughafen José Martí in die Stadt; mit dem Taxi dauert die Fahrt ins Zentrum etwa 30 Minuten und kostet zwischen 20 und 30 CUC.

Havanna ist der Knotenpunkt der Bus- und Bahnlinien, die die Insel erschließen. Der wichtigste Bahnhof ist La Habana Central, 401 Avenida de Bélgica, Zuverbindungen sind aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten selten und langsam. Komfortabler sind die Busse der staatlichen Buslinie Viazul, die praktisch die ganze Insel bedienen. Das Terminal liegt in der Nähe der Plaza de la Independencia, Avenida Independencia # 101 esq. 19 de Mayo.

Taxi und Bus in Havanna

Am einfachsten ist es, Havanna per Taxi zu erkunden. Die (legalen) Touristentaxis sind normalerweise moderne Peugeots oder Skodas. Die schön restaur ierten Oldtimer und die staubigen Ladas sind private Taxis und eigentlich für Touristen Off limits – werden aber trotzdem genutzt, man sollte nur den Preis vorher aushandeln. Für die Fahrt von und zum Flughafen und weitere Überlandfahrten sollte man sich an offizielle Taxis halten, um keine Probleme mit der Polizei zu bekommen.

Coco Taxis in Havanna – Foto: DUOTONE_ from Pixabay

Eine Alternative (wenn man sich in Havanna schon ein wenig auskennt) sind Taxis colectivos, die feste Routen abfahren und eigentlich keine Touristen mitnehmen dürfen. Cocotaxis sind die kleinen gelben Dreiräder, die maximal für zwei Personen gedacht und billger als normale Taxis sind. Der öffentliche Nahverkehr wird von modernen chinesischen Bussen bedient, die Fahrt kostet rund ein CUC; der Fahrer gibt kein Wechselgeld heraus. Die Busse sind meistens sehr voll, hier ist eine Übersichtskarte.

Private Taxis und staatliche Touristenbusse in Havanna

Sehenswürdigkeiten in Havanna

Die Liste der Sehenswürdigkeiten in Havanna ist lang, man kann die Stadt tagelang durchstreifen und wird trotzdem nicht alles zu sehen bekommen. Das hat uns gefallen:

Im Museo de la Revolución
  • der Malecon : Aushängeschild der Stadt und eine der berühmtesten Ufertsraßen der Welt. Besonders zum Sonnenuntergang ist der Malecon Flaniermeile für Touristen und Einheimische, der Blick auf die Festung San Carlos und die Silhuette der Stadt ist Futter für die Kamera.
  • Das Museo de la Revolucion: für alle, die die jüngere Geschichte Kuba verstehen wollen, ist dieses Museum ein obligater Stopp. Die Flugzeuge und Militärfahrzeuge machen es auch für Kinder interessant
  • Die Fábrica de Tabaco Partagas (San Carlo 812 – nicht mehr in der Calle Industria 520!). Hier kann man ein Stück kubanische Kultur erleben; der Tabakanbau und die Produktion von Zigarren gehören ebenso untrennbar wie der Rum zu Kuba. Tickets für eine Tour müssen vorab gekauft werden (in den großen Hotels) und kosten 10 CUCS; die Öffnungszeiten sind 9-13 h.
  • Die Plaza de la Revolución, der Besuch lässt sich gut mit einer Rundfahrt im Oldtimer verbinden. Die meisten Chauffeure steuern die Plaza mit den berühmten Konterfeis der Revolutionsführern (über der immer ein paar Geier ihre Kreise ziehen), sowieso an und lassen den Besuchern Zeit für ein paar Fotos
  • La Havana Vieja, das historische Stadtzentrum Havannas. Es wurde 1982 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und seit 1994 sorgt ein großangelegtes Sanierungsprogramm dafür, daß die kolonialen Gebäude nicht wie der Rest der Stadt weiter verfallen. Obligate Stopps sind die schattige Plaza de Armas, die Plaza de la Catedral mit der Kathedrale San Cristobal, die Calle Obispo und die Calle O’ Reilly
  • La Bodeguita del Medio (Calle Empedrado): angeblich trank hier Hemmingway seine Mojitos – und so kommen jeden Tag hunderte von Touristen, um sich ebenfalls einen der Nationacoctail Kubas zu gönnen oder doch zumindest einen Blick auf das mythische Lokal zu werfen.
  • El Floridita (Calle Obispo): Hier fühlte Hemmingway wohl wirklich zu hause und besuchte die Bar regelmäßig. Eine Bronzestatue erinnert an ihn und bekommt täglich von den Barkeepern einen Daiquiri vorgesetzt.
  • Tropicana Show: die Show gibt es schon seit 1937, sie findet unter freiem Himmel statt; am günstigsten bucht man die Karten direkt über die Seite des Veranstalters
  • Das Hotel Nacional: das emblematische Hotel, in dem Könige, Staatsoberhäupter und Filmstars übernachtet haben, ist vielleicht nicht für jeden die geeignete Unterkunft (schon, weil es nicht ganz billig ist). Der gepflegte Garten steht aber jedem offen, der einen Mojito mit Blick über den Malecon und die Skyline der Stadt genießen möchte. Auch dir Drinks haben einen stolzen Preis, der aber durch die Qualität der Zutaten und das Ambiente durchaus gerechtfertigt ist.
  • Das Teatro Nacional: im Nationaltheater finden neben Theateraufführungen auch Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Wir haben eine Aufführung des Staatsballets gesehen; da der schöne Bau direkt am Parque Central liegt, kommt man hier sowieso vorbei und kann einen Blick auf das Programm werfen.

Unterkunft in Havanna

In Havanna gibt es ein großes Angebot an Unterkünften, gut vertreten sind das Luxussegment und einfache preiswerte Unterkünfte, Mittelklassehotels sind nicht allzu häufig. Allerdings ist der Markt stark in Bewegung und es gibt immer mehr Privatunterkünfte, die auch höhere Ansprüche befriedigen.

Hotels in Havanna

  • Hotel Sevilla :geräumige Zimmer, teilweise mit Blick auf den Prado und die staatliche Balletschule, Al Capone mietete die gesamte sechste Etage für sich und seinen Tross, wenn er in der Stadt war. Das Restaurant in der achten Etage ist einen Besuch wert, auch wenn man nicht im Hotel wohnt.
  • Hotel Inglaterra: ein Klassiker, nationales Monument und das älteste Hotel der Stadt, direkt am Parque Central gelegen. Zentraler kann man in Habanna nicht wohnen!
  • Hotel Ambos Mundos: inmitten des restaurierten Teils der Altstadt gelegen, ist das Hotel vor allem deshalb berühmt, weil Heminway hier abzusteigen pflegte. Die Hotelhalle ist eindrucksvoll, die Zimmer eher klein. Hemmingways Lieblingszimmer lag im fünften Stock, vom Fenster aus konnte er das Treiben auf der Calle Obispo und auf der Plaza de Armas beobachten, während er an der Schreibmaschine saß. „Die grünen Hügel Afrikas“, „Tod am Nachmittag“ und „ Haben und Nichthaben“ die Romane, an denen Hemmingway im Ambos Mundos arbeitete.
  • Hotel Nacional: Das Hotel, in dem gekrönte Häupter, Presidenten und Popstars übernachten, wenn sie in Habanna sind. Schön direkt am Malecon gelegen, haben viele Zimmer einen wunderbaren Blick aufs Meer.
  • Iberostar Grand Packard: Internationes Hotel der Luxusklasse am oberen Ende des Prado bietet Zimmer mit Blick auf den Malecon, die Bucht von Habanna und das Castillo Tres Reyes del Morro. Die Fassade des Originalgebäudes von 1911 wurde erhalten, im Inneren bietet das Hotel modernste Luxusausstattung
  • Iberostar Parque Central: Unter internationaler Leitung, Standard und Preise entsprechend – Luxus mitten in Habanna am Parque Central
Das Hotel Ambos Mundos in Havanna: hier lebte und schrieb Hemmingway

Privatunterkünfte in Havanna

Privatunterkünfte in Havanna sind eine ausgezeichnete Alternative zu den in der Regel recht teuren Hotels. Die Standards sind zum großen Teil immer noch nicht mit dem europäischer oder nordamerikanischer Unterkünfte zu vergleichen, die Zimmer oder Wohnungen sind aber in der Regel sauber und gemütlich und die Gastgeber sehr freundlich. Außerdem kommt zumindest ein Teil des des Geldes direkt bei den Kubanern an, während die meisten der Hotels entweder der Regierung oder internationalen Ketten gehören. Genügend Gründe also, sich nach einem Zimmer oder einer ganzen Wohnung (auch hier wird das Angebot immer größer) umzuschauen.

Was kann man erwarten?

  • Bettwäsche und Handtücher sind in der Regel im Preis inbegriffen
  • die meisten Gastgeber stellen ihren Gästen auch Toilettenpapier zur Verfügung
  • Seife zum Händewaschen ist normalerweise vorhanden
  • Shampoo etc. muß mitgebracht werden
  • immer mehr Unterkünfte bieten Internet-Zugang, auch wenn die entsprechenden Prepaid-Cards von den Touristen selber gekauft werden müssen und der Zugang damit nicht kostenfrei ist
  • Küchenbenutzung kann auch in komplett vermieteten Wohnungen bedeuten, daß die Gastgeber darin Mahlzeiten für ihre Gäste zubereiten, die dann natürlich bezahlt werden müssen. Selbstversorgung ist aber in Kuba sowieso schwierig, weil viele Lebensmittel nur schwer erhältlich sind
  • Ähnlich ist es mit Waschmaschinen: Oft dürfen die von den Touristen nicht selber genutzt werden, sondern dienen den Gastgebern dazu, (kostenpflichtig) die Wäsche ihrer Gäste zu waschen

Wo finde ich eine Privatunterkunft in Havanna?

  • Homestay: mehr als 1500 private Unterkünfte in Havanna, vom einfachen Zimmer über privat geführte Hostals zu ganzen Apartements
  • Cuba Casa: Tochterunternehmen des Freiburger Reiseunternehmens avenTOURa, kleine aber handverlesene Auswahl and Privatunterkünften in Havanna und anderen Zielen Kubas
  • Airbnb hat inzwischen auch eine große Auswahl an Privatunterkünften, vom Einzelzimmer bis zu kompletten Wohnungen. Viele private Hostals sind ebenfalls auf der Seite vertreten

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