Cadaqués: eine Liebeserklärung in sieben Gerichten

Cadaqués: eine Liebeserklärung in sieben Gerichten

Restaurant Cadaques

Frischer Fisch, Garnelen, der obligatorische katalanische Salat mit deftigem Scheibenaufschnitt auf grünem Salat und zum Nachtisch Nestle Eiskreationen und zusätzlich hausgemachte Crema Catalana – so oder ähnlich sah die Speisekarte der nicht sehr zahlreichen Restaurants in Cadaqués bis vor wenigen Jahren aus. Das ein oder andere internationale Restaurant gab es schon, aber sie waren deutlich in der Minderzahl. Das hat sich geändert. Mehr als 100 Restaurants gibt es in Cadaqués – beachtlich für ein Dorf, in dem weniger als 3000 Menschen das ganze Jahr leben.

In diesem Artikel stellen wir sechs unserer Lieblingsrestaurants vor – und ein Rezept gibt es am Ende auch noch!

Es Grec: Griechischer Salat und Joghurt mit Rosenmarmelade

Griechische Gerichte in Cadaqués? Der Koch und Besitzer des kleinen griechischen Restaurants in der Kopfsteingepflasterten Gasse hinter dem Casino ist in Cadaqués geboren. Aber er heißt Konstantí Kontos – und ist stolz auf seine griechischen Wurzeln. Traditionell waren es Griechen, die am Cap de Creus nach roten Korallen fischten und genau deshalb kam der Großvater von Konstati nach Katalonien.

Es Grec (der Grieche auf katalanisch) gibt es seit ein paar Jahren und die Karte ist einfach: Frischer Fisch und andere Meeresfrüchte je nach Tagesangebot, Arroz und Fideua, alles auf den Punkt gegart. Moussaka und Gyros sucht man auf der Karte vergebens, aber der griechische Salat ist so gut, dass man am liebsten den Hauptgang ausfallen lassen würde, um sich an der Vorspeise satt zu essen. Und zum Nachtisch gibt es sämigen griechischen Joghurt mit Marmelade aus Rosenblüten aus den Berge um Monemvasia.

Casa Anita: Fisch am Gemeinschaftstisch

Casa Anita ist viel mehr als ein Restaurant. Das kleine Lokal mit seinen weiß gekalkten Wänden und den hunderten von Fotos gehört seit mehr als 50 Jahren zu Cadaqués. In den 1960iger Jahren kam Anita mit ihrem Mann aus Andalusien nach Cadaqués und eröffnete eine Kantine, in der sie einfache Gerichte für die Fischer und Arbeiter des Dorfes zubereitete. Sie stand jeden Tag am Herd – und das hat sich bis heute nicht geändert, auch wenn inzwischen ihre Kinder das Tagesgeschäft führen.

In der Casa Anita sitzen alle Gäste an großen Gemeinschaftstischen, eine Karte gibt es nicht. Juanito, Anitas Sohn rezitiert das Angebot am Tisch, wenn man Coca Cola bestellt, wird er grantig. Das Angebot hat sich insofern geändert, als das heute hauptsächlich frischer Fisch und keine Eintöpfe mehr serviert werden. Die Pommes frites kommen nicht aus der Kühltruhe und der Wein vom Weingut von Anitas ältestem Sohn.

Ein Essen in der Casa Anita ist ein Ausflug in die Geschichte von Cadaqués. Deftig und ehrlich – aber nicht billig.

Coco Cuina Viva: Die Welt in einer Schüssel

Cadaqués – das Dorf der Fischer und Olivenbauern – aber auch das Dorf der Touristen und Sommergäste, und inzwischen gibt es für fast jeden Geschmack ein Restaurant! Das Coco Cuina Viva ist ein vegetarisch – veganes Restaurant, in dem auch Fleischesser glücklich werden. Neben einer Karte mit ständig wechselnden Gerichten gibt es Bowls von (fast) allen Kontinenten.

Die Zutaten sind ökologisch und regional, die Komposition der Gerichte immer wieder eine Überraschung. Das Coco Cuina Viva beweist, dass vegetarische und vegane Küche so viel mehr sein kann als Salat und Tofu! Die Karte ist umfangreich und ganz besonders die Desserts eine Sünde wert!

Celeste: Frische Pasta und junges Gemüse

Das Celeste ist eine Institution in Cadaqués, sehr mehr als 20 Jahren wird in dem kleinen Restaurant in Port Douger (dem Strand unterhalb der Kirche) Pasta serviert. Die Preise sind niedrig, das Essen immer und lecker und Gema, Fabio und ihre Mannschaft haben trotz ständig vollem Restaurant immer ein Lächeln im Gesicht. Man kann sich seine Lieblingsnudeln mit seiner Lieblingssauce kombinieren und zum Nachtisch isst man italienische Klassiker.

Und dann gibt es da die Rollitos vegetales: Hinter dem einfachen Namen auf der Vorspeisen-Karte verbirgt sich knackig frisches Gemüse zu feinen Stiften geschnitten, eingewickelt in Reispapier und serviert mit einer süß – scharfen Sauce… So viel spannender als jeder Salat und der perfekte Auftakt zu einem dampfenden Teller Soulfood – Pasta!

Es Baluard: Frischer Fisch und der beste Wein aus der Region

Es Baluard ist ein anderer Klassiker in Cadaqués, das Restaurant im ersten Stock eines Gebäudes, das zur alten Stadtmauer des Dorfes gehört, wird seit dem Jahr 1967 von der Familie Seriñana geführt, inzwischen in schon in der dritten Generation. Die Speisekarte ist zum großen Teil traditionell, die Qualität immer hervorragend. Und seit Aina Seriñana das Restaurant mit ihrem Bruder Adria hauptverantwortlich führt, kann man sicher sein, dass die Weine, die im Es Baluard serviert werden, zu den besten gehören, die die Region zu bieten hat: Aina ist passionierte Enologin und verbringt die Wintermonate jeweils damit, die Weinkarte für die nächste Saison zusammen zu stellen.

Wer katalanische Küche in Höchstform erleben will, ist im Es Baluard an der richtigen Adresse!

Talla: Der beste Käsekuchen und der schönste Blick auf Cadaqués

Das Talla ist hat sich schnell seinen Platz unter den besten Restaurants Cadaqués erobert. Eine junge Crew serviert eine feine, reduzierte Anzahl an Speisen, Originelles und Originales aus der Region – es wäre eine Beleidigung, das Talla auf seinen Käsekuchen zu reduzieren! Aber er ist für viele Gäste ein wichtiger Grund, im Talla einen Tisch zu reservieren (wie eine nicht repräsentative Umfrage unter Freunden und Bekannten ergeben hat ;-). Wer ein ordentliches Stück Käsekuchen mit Sahne erwartet, wird allerdings enttäuscht – und dann begeistert sein!

Im Preis eingeschlossen ist der vielleicht schönste Blick aufs Meer,die Kirche und das Dorf

Arroz de la Sole

Arroz, die katalanische Version der Paella, kann man in vielen Restaurants in Cadaqués essen – und fast überall ist er sehr gut oder sogar ausgezeichnet. Aber den besten macht Soledad, meine Schwiegermutter. Sie stammt eigentlich aus einem winzigen Dorf in Aragon und ist vor mehr als 60 Jahren nach Cadaqués gekommen. Aber die katalanische Küche beherrscht sie wie kaum sonst jemand und der Arroz ist ihr Paradestück. Ich habe immer wieder zugesehen, wie sie ihn gekocht hat, trotzdem schmeckt er nicht halb so gut, wenn ich ihn koche.

Hier das Rezept, für alle, die sich daran versuchen wollen:

Zutaten für vier Personen:

  • 1 mittelgroßer Tintenfisch (am besten im Fischladen saubermachen und die Haut abziehen lassen, die braune Gallenflüssigkeit mitnehmen)
  • 8 Garnelen
  • 8 Kaisergranat
  • 12 Miesmuscheln
  • 1 mittelgroße Tomate
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • Olivenöl
  • 8 kleine Hände Rundreis (so viel, wie in die hohle Hand passt)
  • Salz

Zubereitung:

  • den sauberen Tintenfisch mit der Küchenschere in 1×1 cm große Stücke schneiden und in einem großen flachen Topf im erhitzten Olivenöl anbraten. So lange braten, bis sich der Tintenfisch bräunt und anfängt, im Topf zu Springen – Deckel parat halten!
  • Derweil die Zwiebel auf einer Küchenreibe fein reiben, das gleiche mit der Tomate tun
  • Wenn die Tintefischstückchen an den Rändern gebräunt sind und sie anfangen, am Boden anzusetzten, die geriebene Zwiebel dazu geben und mit dem Tintenfisch vermengen. Bräunen lassen, bis die Flüssigkeit verdampft und die Zwiebelmasse gut gebräunt ist
  • Die geriebene Tomate und die Gallenflüssigkeit in den Topf geben, auf kleiner Flamme köcheln lassen
  • salzen
  • Die Miesmuscheln säubern und kurz in kochendem Wasser aufgehen lassen – nicht zu lange kochen, sonst werden sie hart
  • Die Garnelen und Kaisergranat waschen, die Fühler mit der Küchenschere stutzen und mit ein wenig Olivenöl kurz in der Pfanne von beiden Seiten anbraten – jeweils nur etwa 2 Minuten, sonst werden sie trocken
  • Den Reis zum Tintenfisch-Gemisch in den Topf geben und kurz anrösten lassen, dann heißes Wasser angießen
  • Die Garnelen und Kaisergranat auf den Reis geben, hin und wieder umrühren, bei Bedarf Wasser nachgießen
  • Der Reis braucht etwa 20 Minuten, bis er gar ist; die Miesmuscheln auf den Reis geben und vor dem Servieren noch 5 Minuten ruhen lassen – er muss immer noch ein wenig Flüssigkeit haben, er ist nicht so trocken wie die spanische Paella – bei Bedarf also noch etwas Wasser angießen und nach Geschmack nachsalzen
  • Zum Reis wird ein Stück Weißbrot und je nach Geschmack Allioli, eine Mayonäse aus Knoblauch und Olivenöl gegessen (ich verrühre eine halbe Zehe Knoblauch mit Mayonäse aus dem Glas, das ist nicht das selbe, aber den originalen Allioli bekomme ich noch weniger hin, als den Arroz)

Statt Reis kann man auch dünne kurze Fadennudeln verwenden und bekommt dann eine Fideuà, ebenfalls ein populäres Gericht in Katalonien. Und während mein Arroz nie so richtig gut schmeckt, gelingt mir mit dem selben Sofrito (Ansatz, der Soße aus Zwiebeln, Tomaten, Tintenfisch etc.) eine perfekte Fideuà… Der Teufel steckt da offensichtlich irgendwo im Detail…

Wer keine Lust zum Nachkochen hat, bekommt (unter anderen) in diesen Restaurants

Es Baluard, Casa Pilar (hier sind die verschiedenen Reisgerichte die Spezialität des Hauses) oder Sa Gambina (schöner Blick aufs Wasser)

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